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Säumerweg und Pilgerweg VIA SPLUGA – Geschichte
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Geschichte viaSpluga

Mit dem Ausbau des Viamala-Weges im Jahre 1473 kam ein lebhafter Handel und Warenaustausch zwischen Norden und Süden so richtig in Gang. Bunt war bald einmal die Fülle der Transitgüter, die im Auftrag bedeutender Kaufmannsfamilien unterwegs waren.

 

Der Transitverkehr über die Bündner Pässe war recht demokratisch und föderalistisch organisiert.  Das eigentliche Speditionsgeschäft befand sich aber vorwiegend in der Hand einiger Churer Firmen sowie der «führenden Familien» in den Hinterrheintälern.

 

Die harte Schwerarbeit oblag den ortsansässigen Säumern, die mit wenig Lohn und unter grössten Strapazen die Transporte das ganze Jahr hindurch auszuführen hatten. Um 1700 waren es rund 6000 Saumlasten pro Jahr über den Pass; 50 Jahre später waren es bereits 30'000. Nach dem Ausbau der Alpenstrasse im 19. Jahrhundert stieg der Warenumschlag über den Splügen nochmals sprungartig an und erreichte 1856 mit 27'100 Tonnen seinen Höchststand. Die neue Fahrstrasse schaffte bessere und schnellere Transportmöglichkeiten und verdrängte den Säumer mit seiner Arbeitsweise grösstenteils. Viele Familien im Rheinwald und Valchiavenna verloren damit ihre Existenz und mussten auswandern.

 

Säumer

Säumer

 

Der historische Weg über den Splügenpass war auch Teil einer Route, die aus Mitteleuropa kommend, die Alpen überwindet und sich durch das ganze Valchiavenna  bis weit in den Süden zog, vorbei an wichtigen Sakralbauten und Wallfahrtsorten. Dazu zählen die Wallfahrtskirchen Gallivaggio und S. Guglielmo im Val San Giacomo, die Marienkirche Madonna della Salute in Chete bei Villa di Chiavenna , die Stiftungskirche S. Lorenzo in Chiavenna und das frühromanische Kirchlein S. Fedelino am Mezzolasee. Die vielen Kapellen und Kirchlein (aus dem 15. und 16. Jahrhundert), die sich heute noch auf den alten Wegabschnitten befinden, deuten auf eine damalige rege Pilgerzeit hin.

 

Jakobus der Ältere; Schutzpatron der Pilger 

Jakobus der Ältere; Schutzpatron der Pilger

 

Alte Wege – Chance für «anderen» Tourismus

Das Wandern «mit Inhalt» erfreut sich einer immer grösseren Beliebtheit. So können sportliche und kulturelle Interessen unter einen Hut gebracht werden. Es gibt immer mehr Leute, für die das Wandern allein als Selbstzweck nicht mehr genügt. Sie möchten die Landschaft beim Wandern nicht nur optisch geniessen, sondern Land und Leute kennen lernen und sind an den historischen Hintergründen interessiert, die diese Landschaft und das Dasein ihrer Bewohner geprägt haben.